Läßt keine Gelegenheit aus um für rot/rote Koaltitionen zu werben, Juso-Bundesvorsitzende Franziska Drohsel.
„Wir brauchen keine schlechten Ratschläge aus Berlin. Die Meinung von Franziska Drohsel zu möglichen Koalitionen ist ungefähr so willkommen wie die Einschätzungen von Wolfgang Clement zum Thema Energiepolitik!” erklärte der Bezirksvorsitzende der nordhessischen Jusos, Tim Schmuch.
Die nordhessischen Jusos seien sich im Vorfeld der Landtagswahl mit SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti einig gewesen, dass eine Koalition mit der Linkspartei nach der Wahl nicht vorstellbar ist. „Man kann doch nicht vor der Wahl eine Konstellation ausschließen und kurz nach der Wahl wirft man alle Zusagen über Bord. Das funktioniert vielleicht im Juso-Bundesverband, wo die „Franzi” vor ihrer Wahl die Integration aller Juso-Verbandsteile versprochen hat. Nach ihrer Wahl ging die Ausgrenzung gnadenlos weiter, ganz in der Tradition ihres Vorgängers Björn Böhning,” so Schmuch weiter.Die nordhessischen Jusos forderten Drohsel auf, sich doch mal eine neues Thema zu suchen. „Man kann doch als Juso-Bundesvorsitzende nicht nur über die Koalition von SPD und Linkspartei schwadronieren, das ist doch ein bisschen wenig”, so Schmuch. Aber Drohsel stehe da wohl unter massivem Einfluss ihres Vorgängers und Förderers Björn Böhning, der als Spin-Doktor beim Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, arbeite. „Hier wird versucht, im Auftrag von Wowereit, über den Juso-Bundesverband ein rot/rotes Bündnis auf Bundesebene einzufädeln. Aber dieses durchsichtige Vorhaben wird so nicht fruchten,” ist sich Schmuch sicher. Zudem habe Drohsel offenbar nicht verstanden, daß die Bundesrepublik Deutschland aus Bundesländern bestehe, deren Landesregierungen nicht von Zentralisten aus der „Bundeshauptstadt” Berlin vorgegeben werden! „Wir Sozialdemokraten und Jusos in Hessen werden uns auch weiterhin unsere eigene Meinung bilden! Und Andrea Ypsilanti wird in Hessen Gespräche führen, nicht Franzi und auch nicht Wowi!”, unterstreicht Schmuch nachdrücklich.
„Die FDP scheint sich noch zu zieren und will offenbar die Preise für die Koalitionsverhandlungen hochtreiben. Denn im Wahlkampf hat die FDP eindeutig gegen Koch Wahlkampf gemacht und sich gegen eine Koalition aus SPD, Grünen und PDS ausgesprochen. Eines ist jetzt schon klar: Wir in Hessen lassen uns doch nicht von der Juso-Bundesvorsitzenden vorschreiben, welche Koalition wir eingehen sollten. Auf solch eine rote Hilfe aus Berlin können wir gerne verzichten”, so Schmuch abschließend.