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_TASSILO – VORSICHT SATIRE
Skandal um Hans Eichel und Jürgen Walter!
TASSILO deckt Komplott im wirtschaftlich-politischen Komplex auf! VORSICHT SATIRE!

Schilda. Tassilo hat wieder zugeschlagen. Der bekannte nordhessische Skandalreporter, der mit seinen messerscharfen Recherchen bereits mehrfach eine ganze Landtagsfraktion und ganze Dunstkreise in atemlose Spannung zu versetzen in der Lage war, hat wieder gnadenlos zugeschlagen. Unser Redaktionsmitglied Tomasone Dschièse sprach mit Tassilo über seine neuesten Recherchen

Tatortkommissar Horst Schimanski (ausnahmsweise mal ohne Bonbons)

 

MV: Tassilo, wie sind sie auf die Spur dieser angeblich neuen Enthüllungen gekommen?

 

Tassilo: Vor einigen Tagen flatterte ein Blatt auf unseren Redaktionstisch, dem zu entnehmen war, dass ein ehemals führender Sozialdemokrat (Hans Eichel – die Red.) den Abgeordneten Jürgen Walter als einzigen sähe, der Roland Koch „Paroli bieten“ könne.

 

MV: Ja und? Was ist daran jetzt besonderes? Die SPD sucht doch gerade eine Spitzenkandidatin gegen Herrn Koch. Weshalb ist so eine Meinungsäußerung eines ehemaligen Spitzenpolitikers so wegweisend?

 

Tassilo: Zunächst habe ich mir auch nur gedacht: Er hat ja Recht, alles Pfeifen da in Wiesbaden. Klemm, Bökel und Holzapfel und wie sie alle heißen. Aber warum sollte ausgerechnet der Jürgen Walter „Paroli bieten“ können? Wollten nicht eigentlich erst irgendwie alle den Herrn G. aus OF? Egal. Weg mit dem Text – Ablage P.

 

MV: Ja eben. Ablage P (Papierkorb – die Red.). Und da ist er dann auch gelandet?

 

Tassilo: Ist er. Doch irgendwie ging mir das „Paroli bieten“ nicht aus dem Kopf. Wo hatte ich das schon mal gehört? Beim siebten AKE-Bierchen in meiner Eschweger Stammkneipe ist es mir dann wie Schuppen aus den Haaren gerieselt: Schimanski war’s. Der hatte auch schon immer „Paroli geboten“ in seinen Tatorten. Und zwar gleich, ob es die Mitspieler im Hals hatten oder jemanden am Hals hatten, oder nicht. Paroli gab es immer vom Schimi. Bis die Schleichwerbung aufflog und einen mittleren Skandal verursachte.

 

MV: Ah, verstehe. Jetzt scheint die Geschichte doch richtig drive zu bekommen... .

 

Tassilo: Und ob! Ich also am nächsten Tag, nachdem ich dann so gegen zwölf halb ausgeschlafen hatte, ab ins Archiv. Und siehe da: Das Niederrhein-Magazin der dortigen JUSOS von 1992 wusste die Antwort, Niederrheiner wissen immer alle Antworten:

„Bleibt die Frage, ob wir einer von Werbefachleuten geschickt entworfenen Figur mit all ihren Gegensätzen erlegen sind. Schließlich war Schimanski Vorreiter von unverschämtestem Productplacement im Fernsehen: Paroli-Bonbons, Dortmunder Bier (als ob das irgendwer in Duisburg trinken würde), Marlboro, Citroen – einmal aber auch die gelbe Hand „Mach' meinen Kumpel nicht an“.

Die Frage muß jetzt aber nicht mehr beantwortet werden. Schimmi (oder Götz George) hat entschieden: „Ich hab' einfach kein Bock mehr, ich hab' die Schnauze voll.“ Und die FAZ atmet auf: „Fast zeitgleich mit der Sowjetunion hat uns in Horst Schimanski der letzte proletarische Held verlassen.“

MV: Ist ja wirklich unglaublich. Productplacement durch den ehemaligen Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland – und dann noch so subtil. Lieber Tassilo, Glückwunsch für Ihren Scharfsinn – und das nach sieben AKE! Was steckt aber noch dahinter?

Tassilo: Tja, wissen Sie, da bin ich gerade am Recherchieren. Es könnte sich um einen Wirtschaftskrimi nie geahnten Ausmaßes handeln. Verflechtung von Politik und Russischer Bonbonindustrie, verstehen Sie? Aber da müssen wir derzeit mit Andeutungen auskommen, Sie wissen, man lebt gefährlich, wenn es mit Russland zu tun hat. Aber ich bleibe dran.

MV: Wir wünschen dabei viel Erfolg, lieber Tassilo. Es ist schon besonders mutig, sich neben der Landtagsfraktion in Wiesbaden und den Hessischen Bundestagsabgeordneten sowie weiteren wichtigen und semiwichtigen Sozialdemokraten jetzt auch noch mit der Russenmafia anzulegen.

Tassilo: Das ist schon richtig, aber auch hier gelten die alten Wahlsprüche meiner Oma: „Nur die Harten kommen in den Garten“ und „Ohne Fleiß kein Preis“. Ich will den Pulitzer-Preis. Gibt es den eigentlich auch für Satire und Menschen aus Eschwege?

MV: Keine Ahnung. Wir danken Ihnen für das Gespräch.


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