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Jusos aus Nordhessen diskutieren bei K+S in Heringen




Jusos aus Hersfeld-Rotenburg trafen zusammen mit Jusos aus Nordhessen zu einem Informationsgespräch mit anschließender Grubenfahrt bei der Firma K+S ein.

Jusos aus Hersfeld-Rotenburg trafen zusammen mit Jusos aus Nordhessen zu einem Informationsgespräch mit anschließender Grubenfahrt bei der Firma K+S ein. Am Standort Heringen des Werkes Werra erfuhr der SPD-Nachwuchs, dass dieser einer von drei Produktionsstandorten ist, die zum Werk-Werra gehören. Das Werk-Werra beschäftigt 4.141 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon 281 Azubis. Mit einer Ausbildungsquote von 7,3% bildet K+S überdurchschnittlich aus. „Über solche Informationen freuen wir Jusos uns natürlich. Insbesondere, da K+S über 85% der Azubis nach ihrer Ausbildung übernimmt“, kommentiert Tim Schmuch, Bezirksvorsitzender der nordhessischen Jusos. Werksleiter Peter Euler erläuterte, dass von dem Werk Werra eine ganze Region profitiert. Betrug doch die Summe der ausgezahlten Löhne allein im vergangenen Jahr rund 173 Millionen Euro. „Unser Einzugsbereich reicht bis nach Eschwege und Sontra“, erklärte Werksleiter Euler. Angesichts dieser Informationen zeigt sich der Juso Unterbezirksvorsitzende Pascal Barthel irritiert: „Jährlich fließen Millionen und Abermillionen Euro für die harte Arbeit der Bergleute in unsere lokale Wirtschaft. Dennoch wird dieser Wirtschaftsfaktor in öffentlichen Auseinandersetzungen scheinbar ignoriert“. Auf der Tagesordnung stand auch die geplante Pipeline. Die Jusos diskutierten konstruktiv kritisch mit den beiden Werksleitern von K+S, Dr. Helmut Zentgraf und Peter Euler, den geplanten Bau der Salzpipeline. „Wir werden den vorgeschriebenen Grenzwert von 2.500 mg/l nicht überschreiten, auch nicht nach dem Bau der Pipeline“, äußert sich Dr. Zentgraf und Werksleiter Euler ergänzt: „Wir haben seit Mitte der 90er Jahre mit hohen Aufwendungen dafür gesorgt, dass der Salzgehalt im Fluss auf ein Maß reduziert werden konnte, der eine sichtbare ökologische Erholung möglich gemacht hat. Davon profitieren neben Flora und Fauna vor allem die Menschen am Fluss und wir sind die Letzten, die dies wieder zunichte machen wollen.“ Die Jusos interessierten sich auch für alternative Vorschläge zu der Salzpipeline. KS habe zahlreiche Gutachten erstellen lassen und alle denkbaren Alternativen zu einer Pipeline prüfen lassen, erläuterte Euler und fügt an: „Nach Prüfung aller vorstellbaren Konzepte sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die Salzwasserleitung die ökologisch beste Lösung ist, um eine sichere und nachhaltige Verwertung der Haldenwässer zu gewährleisten“, so der Werksleiter und ergänzt, „eine Entsalzungsanlage wäre allein unter dem Gesichtspunkt des CO2-Ausstoßes eine gigantische Energie-Vernichtungsmaschine“. Nach der Diskussion wurde der Besuch mit einer Grubenfahrt im Grubenbetrieb Hattorf-Wintershall abgerundet. Die Jusos zeigten sich sichtlich beeindruckt von der Leistung, die die Arbeiter 700 Meter unter der Erde erbringen. „Ich glaube, dass die Jusos nach diesem Besuch gut informiert in die einzelnen Unterbezirke fahren. Wenn es um solch ein kompliziertes Thema wie diese Pipeline geht, kann ich nur empfehlen, sich möglichst umfangreich zu informieren. Ein 90-Sekunden-Beitrag bei der Hessenschau wird diesem Thema einfach nicht gerecht“, fasst Pascal Barthel zusammen.