SEITE EMPFEHLEN
DRUCKEN

Beitrag vom 03.04.2006
Juso-Bezirkskonferenz
Motto: "Gemeinsam nach vorn: Für soziale Gerechtigkeit"



Unter diesem Motto stand in diesem Jahr die Bezirkskonferenz der nordhessischen Jusos. Neben einem umfangreichen Antragspaket standen auch noch Neuwahlen des Bezirksvorstandes auf der Tagesordnung.

„Wer Visionen hat, muss nicht zum Psychiater, sondern zu den Jusos gehen“. Die Umwandlung dieses Helmut Schmidt Zitats kam von einem „Juso-Auslaufmodell“, dem 35-jährigen SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Roth. Bei der Bezirkskonferenz der nordhessischen Jungsozialisten (Jusos) machte der Gastredner den jungen Genossinnen und Genossen in Rotenburg an der Fulda Mut für die großen Herausforderungen. „Bringt Fieber und Feuer in die Partei und denkt auch an Übermorgen“, appellierte er an die 73 Delegierten aus den acht nordhessischen SPD-Unterbezirken, „denn die klein karierten Redner haben sich im 21. Jahrhundert überlebt.“ Viel Applaus gab es für Roth, der bei den nordhessischen Jusos über „Soziale Gerechtigkeit in Zeiten der großen Koalitionen“ referierte.

Grund zur Begeisterung haben die nordhessischen Jusos allemal. Schließlich hatten sie im vergangenen Jahr 400 neue Mitglieder hinzu gewonnen. Das ging aus einem Power-Point-Vortrag hervor, mit dem der alte Bezirksvorstand seinen Tätigkeitsbericht tüchtig aufpeppte. Wer da noch von „Selbstbeweihräucherung“ sprach, wurde fast schon ausgebuht. Schließlich habe der Vorstand bislang gute Arbeit geleistet, sich um die Unterbezirke gekümmert, inhaltliche Schwerpunkte in Arbeitskreisen gesetzt und wichtige Projekte wie Mitgliederwerbung und Vernetzung der Unterbezirke (Move) vorangebracht. Das wurde dem Gremium von vielen Delegierten bescheinigt. Als Anerkennung für diese Arbeit wurden Vorsitzender Björn Spanknebel und sein Vorstandsteam wiedergewählt.

Das Feuer, von dem Roth zu Beginn sprach, blitzte bei den Jusos an einem Punkt besonders durch: Bildung. In ihrem 82-seitigen Antragspaket war das Thema ein Schwerpunkt, der einstimmig abgearbeitet wurde. Dabei ging es um neue Perspektiven für Bildungs- und Familienpolitik. Neu darin ist die Forderung, die frühkindliche Betreuung auf Sozialhilfeempfänger auszudehnen, wie der stellvertretende Vorsitzende Daniel ten Brinke erläuterte. An der Ganztagsschule halte man fest, „da es sie lange noch nicht gibt“, betonte ten Brinke. „Wer nicht ausbildet, wird umgelegt“, mit diesem Juso-Slogan bekräftigte er die Forderung nach einer Ausbildungsplatzumlage. Eine Verknüpfung der Bereiche Familie und Bildung halten die Jusos für zwingend erforderlich.

Einig waren sich die Jusos auch in Sachen Hochschulen: Die Finanzierung müsse umstrukturiert werden, damit die Hochschulen planen können und ihr Bestand gesichert ist. Wichtig war den Delegierten auch der Antrag zu den Kürzungen des Hartz IV-Satzes auf 80 Prozent bei Menschen unter 25 Jahren. Das solle wieder rückgängig gemacht und auf 100 Prozent hoch gesetzt werden. Perspektiven für junge Menschen sehen anders aus, meinen die Jusos, und fordern statt dieser Pauschalierung die komplette Umsetzung der gesetzlichen Ausbildungsplatzumlage.

« zurück