„Die Erfolgsmeldungen der CDU, wonach dank Roland Koch und seiner Kultusministerin kein Unterricht mehr ausfiele, waren also gelogen. Über diese Zustand täuschen der CDU-Lügenbaron und seine Schulschließungsministerin jetzt mit einem Propagandatrick die Bürgerinnen und Bürger hinweg. Die „Unterrichtsgarantie plus“ ist in erster Linie eine Selbstdarstellungs-Show der Ministerin Wolff.“
Die Unterrichtsabdeckung betrage im laufenden Schuljahr nur noch 93,6 Prozent, so die Jusos. Sicherheit in der Unterrichtsabdeckung sei für Schulen erst dann zu erwarten, wenn das Kultusministerium genügend Lehrerinnen und Lehrer einstelle und darüber hinaus auch noch über ein ausreichend großes Vertretungsmittelbudget verfüge. „Insgesamt fehlen, nach Berechnungen der Gewerkschaft GEW, in Hessen 2200 Lehrerstellen“, so Juso-Vorsitzender Spanknebel. „Unterrichtsgarantie Plus“ und 2200 Lehrer minus passen nicht zusammen. Aber anstatt Geld in die Hand zu nehmen und die fehlenden Lehrerstellen zu schaffen, spare die CDU bei dieser wichtigen Zukunftsinvestition. Das geht auf Kosten unserer Kinder. Doch das CDU-Schulministerium verschärfe das Personalproblem, da es gute Nachwuchslehrkräfte in Nachbarländer vertreibe, weil diese bessere berufliche Perspektiven böten“.
Aber das Wolff-Konzept sei aber auch nach fachlichen Gesichtspunkten ein ganz gefährliches Experiment. Die „Unterrichtsgarantie plus“ sieht vor für den unvorhersehbaren Lehrerausfall Pools mit Vertretungskräften zu bilden und pensionierte Lehrer, Lehrer in Elternzeit, Lehramtsstudenten, aber auch geeignete Eltern anzuwerben. Diese sollen dann in den von Stundenausfall betroffenen Schulklassen den Vertretungsunterricht durchführen. „Das ist „hochgefährlich“ und führt zu einer Entprofessionalisierung des Lehrerberufs. Mit Hilfslehrern zu Billiglöhnen lasse sich weder seriöser Unterricht noch eine qualifizierte Aufsicht gewährleisten. Das ist reine Aufbewahrung! Wenn das Konzept ab Sommer so umgesetzt wird, dann darf man sich über missglückte Erziehung und Schulgewalt nicht wundern“, so Spanknebel.
Auch an der Praktikabilität der Umsetzung haben die nordhessischen Jusos erheblichen Zweifel. „Wer wird denn bereit und in der Lage sein, kurzfristig auf Abruf stundenweise zur Verfügung zu stehen? Man steht doch nicht jeden morgen um sechs auf, um auf einen Anruf aus der Schule zu warten. Wie lange soll die Schulleitung Privatpersonen hinterher telefonieren? Wie sieht es mit dem Interesse für Brennpunktschulen aus? Wer soll diese HilfslehrerInnen betreuen? Wie sieht es mit den dienstrechtlichen Befugnissen aus – Dürfen die HilfslehrerInnen Arbeiten beaufsichtigen oder Pausenaufsicht durchführen? Das alles sind ungeklärte Fragen, die Frau Wolff bis heute nicht beantwortet hat“, so die Jusos. Insbesondere die vom Kultusministerium in den Verlautbarungen geschürte Illusion, dass „spätestens am dritten Tag Fachunterricht gegeben werde“, sei doch nicht ernsthaft einlösbar. „Anscheinend kommt es dem Kultusministerium gar nicht mehr auf Qualität und Pädagogik an, sondern möglichst billig die Kinder zu verwahren. Das kann doch nicht ernst gemeinte CDU-Bildungspolitik sein! Wir fordern die hessische CDU-Landesregierung auf, Geld für genügend Lehrerinnen und Lehrer aufzubringen. Denn Bildung ist eine wichtige Zukunftsinvestition und da darf man nicht knauserig sein“, so der nordhessische Juso-Bezirksvorsitzende Björn Spanknebel.